Anna & Kathi

Zwei Freundinnen genießen eine Auszeit

„Es gibt Menschen, die dich nach tausend gesprochenen Worten immer noch nicht verstehen. Und es gibt Mensch die dich ohne ein Wort verstehen.“

Dieses Sprichworunterstreicht die langjährige Freundschaft von Anna und Kathi. Wir haben die beiden Frauen kürzlich am Lechweg getroffen und dabei eine interessante Geschichte erfahren.

Die beiden Frauen kennen sich seit dem Kindergarten und haben sogar die ganze Schullaufbahn miteinander absolviert. Erst nach dem Schulabschluss haben sich die Wege der Beiden dann getrennt. „Danach haben wir uns sogar mal ein paar Jahre gar nicht mehr gesehen und Jede hat ihr eigenes Ding gemacht“ – erzählt uns Kathi.

Kathi ist 36 Jahre alt und alleinerziehend. Die Bankkauffrau arbeitet Vollzeit. „Der Spagat zwischen Beruf und Kind ist manchmal ganz schön aufreibend – als alleinerziehende Frau weiß man oft nicht wo einem der Kopf steht. Eine Auszeit in der Natur und an der frischen Luft, kam da für mich jetzt gerade richtig. Ich bin froh, dass Anna mich dazu überredet hat“ – schmunzelt Kathi.

Als wir Anna und Kathi auf der Lechweg-Etappe zwischen Holzgau und Bach treffen, sind die beiden bereits den 4. Tag unterwegs. „Wir haben direkt an der Quelle beim Formarinsee gestartet und wollen natürlich die ganzen 125 km schaffen“ – meinen die Beiden ganz motiviert. „Zusammen sind wir stark und wir haben endlich wieder mal die Gelegenheit uns in Ruhe zu unterhalten“ – freut sich Anna.

Anna ist ebenfalls 36 Jahre alt und hat 2 Kinder. „Mein Mann ist Zuhause geblieben und passt in der Zwischenzeit auf die Kinder auf und ich genehmige mir zusammen mit Kathi ein paar Tage Auszeit am Lechweg. Das haben wir uns eigentlich schon vor 2 Jahren vorgenommen, aber irgendwie kam immer was dazwischen. Jetzt hat es gereicht – ich hatte das Gefühl, dass Kathi mal raus muss“ – sagt Anna überzeugt. Im Gegensatz zu ihr habe ich einen Mann, der mich unterstützt und mir was abnimmt. Ich gehe zwar auch inzwischen wieder arbeiten – aber das ist was Anderes. Als alleinerziehende Frau ist man quasi Mutter und Vater, Familienmanager, Alleskönner und Fels in der Brandung. Für sich selbst bleibt wenig bis gar keine Zeit. Ich bin froh, dass Kathi sich jetzt endlich die Zeit genommen hat, auch wenn es sicher nicht so einfach war, alles stehen und liegen zu lassen."

„Wir lassen uns treiben und sind eigentlich gar nicht so darauf erpicht jede Etappe gänzlich zu schaffen. Von Zeit zu Zeit legen wir auch eine Pause ein, machen Brotzeit an einem schönen Plätzchen und genießen schlichtweg die Zeit miteinander - es gibt schließlich viel zu erzählen. Ab und zu verlassen wir auch den Weg und schauen uns was in den einzelnen Ortschaften entlang dem Lechweg an.“ Anna greift in Ihren Rucksack und zeigt uns Ihre Lechtal Aktiv Card: „Diese Karte haben wir von unserem Vermieter bekommen – wir können ja jederzeit den kostenlosen Bus nehmen, wenn uns die Füße weh tun oder wir einfach keine Lust mehr haben zu gehen“. 

Auf unsere Frage, was sich die Beiden für diesen Tag noch vorgenommen haben, entgegnen uns Kathi und Anna, dass sie an diesem Tag noch bis Elbigenalp wandern wollen und dann erstmal in ihrer Unterkunft einchecken. „Wir gehen abends gerne gut essen und trinken ein Glas Wein – danach geht es aber gleich wieder in die Unterkunft – wir wollen schließlich fit für den nächsten Tag sein.

Die beiden Frauen wollen jetzt aber weiter und wir halten sie natürlich nicht dabei auf, ihr Wanderziel zu erreichen. „Wir haben ja noch ein paar Tage und Kilometer vor uns und wollen auf jeden Fall noch die Wanderung zum Baichlstein bei Vorderhornbach in unserer Wanderung einbinden. Wir haben nämlich gehört, dass der Ausblick auf den Lechfluss unfassbar schön sein soll.“

Dem haben wir nichts entgegenzusetzen und wir verabschieden uns.
Anna und Kathi wünschen wir weiterhin alles Gute und noch einen schönen Verlauf ihrer Wanderung am Lechweg


Bis bald im Lechtal!