"Olympiasiegerin & Kräuterhexe" - aus Elbigenalp

Sigrid Wolf

Man hat es vielleicht nicht immer so in Erinnerung, aber mindestens alle vier Jahre, nämlich dann wenn die olympischen Winterspiele stattfinden, werden uns die Olympiasieger wieder ins Gedächtnis gerufen. Auf eine Olympiasiegerin sind wir im Lechtal ganz besonders stolz. Und um ehrlich zu sein: Wir geben natürlich auch gerne mal damit an. Zurecht, denn Sigrid Wolf aus Elbigenalp hat vor 34 Jahren olympisches Gold in Calgary (CN) gewonnen. Die sympathische Lechtalerin hat deswegen aber ganz sicher nicht die Bodenhaftung verloren. Sie lebt und arbeitet hier in der Region und könnte sich keinen schöneren Platz für sich und ihre Familie vorstellen. Wir haben mit Sigrid Wolf ein interessantes Interview geführt und dabei einiges über ihr Leben erfahren. 

 

Dein Olympiasieg jährte sich in diesem Jahr zum 34.sten Mal. Da die Olympischen Winterspiele erst vor Kurzem in Peking stattgefunden haben, wollten wir dich fragen, ob in dieser Zeit alte Gefühle und Erinnerungen in dir wach wurden? Fieberst du mit den Sportlern mit und kannst du dich nach wie vor in deren Situation und Gefühlswelt hineinversetzten?

Alle 4 Jahre werden die Erinnerungen natürlich wieder aktueller, speziell an den Lauf, an das olympische Dorf und an die Siegerehrung in Calgary erinnere ich mich sehr gerne.

Was hat der Olympia-Sieg damals mit dir gemacht? Was hat dieser Sieg in deinem Leben verändert?

Mit einem Olympiasieg steht man natürlich sehr im Mittelpunkt und Rampenlicht. Ob beim Einkaufen oder Essen gehen - es kamen überall Autogrammjäger und ich wurde überall erkannt. Dieser Hype hatte damals Vorteile, manchmal aber auch Nachteile - vor allem wenn man einfach auch mal Privatmensch sein wollte. Nach mittlerweile 34 Jahren ist das höchstens noch alle 4 Jahre ein Thema. Ich glaube auch nicht, dass mich der Sieg als Person verändert hat. Ich bin war und bin immer noch die alte Sigrid und eine “Duarferin” bzw. Lechtalerin mit Leib und Seele

Du bist tief verwurzelt mit deiner Heimat, dem Lechtal und lebst nach wie vor in deiner Heimatgemeinde. Gab es in der Vergangenheit auch mal den Plan deinen Lebensmittelpunkt woanders aufzuschlagen?

Nein, es hat mich nie gereizt, meinen Lebensmittelpunkt woanders aufzuschlagen. Daran habe ich nie einen Gedanken verschwendet. Das Lechtal ist ein wunderschöner Platz und ich schätze mich glücklich mit meiner Familie hier zu leben. 

Was schätzt du generell am Lechtal und was zeichnet das Leben für dich im Lechtal aus?

Durch meine Ausbildung als Kräuterpädagogin habe ich unsere Natur noch besser kennen gelernt und schätze die Vielfalt unserer Pflanzenwelt und die unberührte Natur, die in Tirol unvergleichlich ist und an jeder Ecke im Lechtal noch zu finden ist.

Wo bzw. Wie holst du dir Inspiration? Wo/wie schöpfst du Kraft und wo/wie findest du Erholung?

Dem Sport bin ich nach wie vor treu und dadurch halte ich mich fit. Die Arbeit in meinem Garten ist zudem mein Ausgleich und für mich fast schon meditativ. Eine weitere Leidenschaft sind natürlich die Kräuter, die ich eigentlich das ganze Jahr hinweg sammle und verarbeite.

Wie lebst du heute und womit verdienst du deinen Lebensunterhalt?

Ich habe ein Fitnessstudio und gebe einige Kurse wie Pilates, Wirbelsäulentraining, Step usw. Mein Bruder und ich betreiben zudem, gemeinsam die Zimmervermietung bei meinen Eltern und ich vermiete Wohnungen.

Vor ein paar Jahren habe ich darüber hinaus auch die Ausbildung zum Bergwanderführer absolviert und ich biete in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband und dem Verein Lechtal Guiding sowie den Lechtaler Kräuterhexenverein Wanderungen an. Da begegne ich mitunter immer wieder tollen und sehr interessierten Menschen.

Was sind deine Hobbys – wobei findest du deinen Ausgleich?

Sport ist und bleibt auch mein Hobby. Im Winter gehe ich Skifahren und bin auch gerne mit Tourenski unterwegs. Im Sommer stehen wandern und biken auf dem Programm.

Was sind deiner Meinung nach die wichtigsten Aspekte in Sachen Lechtaler Tourismus? Wo siehst du Chancen, Möglichkeiten aber auch Schwierigkeiten?

Im Lechtal ist der sanfte Tourismus sicher der richtige Weg. Ursprünglichkeit und die Ruhe, die wir noch in den Lechtaler Bergen findet schätzen die Gäste. Der Weitwanderweg Lechweg ist meiner Meinung nach zudem eine große Bereicherung in unserem Tal und passt perfekt in die touristische Strategie der Region.

Im Winter ist das Skigebiet am Arlberg für unsere Gäste sehr wichtig und ein besonders Highlight. Keine Frage. Ich denke trotzdem auch, dass die Langlaufloipen im Tal noch mehr Potential hätten. Eine Talloipe entlang dem Wildfluss und dazu noch zahlreiche Rundkurse in den Lechtaler Orten ist super. Die steigerung der Qualität in diesem Bereich wäre aber sicher eine eine Chance - vor allem für das untere Lechtal.  

Wichtige Links und mehr Infos von Sigrid:

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Urlaub bei Sigrid: https://olgawolf.jimdofree.com