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Geierwally Freilichtbühne

2010 "Eine Handvoll Heimat"

Text und Regie: Claudia Lang

„Eine Handvoll Heimat“ nimmt
Protagonist Kasper Egg als Andenken auf den steinigen Weg in eine neue, bessere Zukunft fernab vom geliebten Tirol mit...
In ihrem neuesten Werk arbeitet Claudia Lang die schicksalhafte und dramatische Emigration vieler Tiroler nach Pozuzo/Peru auf und scheut auch selbst die Reise dorthin nicht. In Pozuzo bot sich ihr die Gelegenheit, mit den Nachkommen der Tiroler Auswanderer zu sprechen und sie erhielt so Informationen aus erster Hand. Die Nachkommen sprechen zum Teil heute noch Tiroler Dialekt. Diese wertvollen Eindrücke und Emotionen gepaart mit der Unterstützung durch den Verein „Freundeskreis für Pozuzo“ bereichern ihre Arbeit, verleihen ihr Authentizität und versprechen einen unvergesslichen Theaterabend. (www.claudia-lang.at)
Zur Geschichte
Mit der Ansiedlung auswanderungswilliger Europäer – insbesondere Deutscher – sollte der peruanische Urwald zur Mitte des 19. Jahrhunderts kultiviert werden.
Um die erforderliche Anzahl an Auswanderern für den ersten Schiffstransport erreichen zu können, versuchte man, neben Deutschen auch Tiroler für die Emigration zu gewinnen. Die Strapazen, die die Auswanderer auf sich nehmen mussten, waren enorm – bedeutete es doch den Aufbruch in ein fremdes Land mit fremder Sprache und Kultur.
Es scheint daher nicht allzu verwunderlich, dass Pozuzo das einzige in Peru realisierte Projekt einer deutsch-österreichischen Kolonie ist und dazu noch sehr viel kleiner ausgefallen ist als anfänglich geplant.
Dass Menschen dennoch den Umzug ins Ungewisse wagten, lag unter anderem an der Handhabung des heimischen Erbrechtes. Vor allem im Tiroler Oberland stand nach damaligem Anerbenrecht allein dem ältesten Sohn der Familie das gesamte Erbe zu. Die übrigen Nachkommen blieben ohne jegliches Eigentum und hatten deshalb auch kein Recht auf Eheschließung. Die traurige Folge war zumeist ein einsames Leben in Armut und Knechtschaft.

Die Reise
Getrieben von der Hoffnung auf ein besseres Leben und auf eine bessere Zukunft für ihre Kinder brachen im Frühjahr 1857 rund 300 mutige Tirolerinnen und Tiroler sowie Rheinländer ihre Reise ins Unbekannte an. Beim Betreten des Schiffes ahnt keiner von ihnen, wie beschwerlich und leidvoll dieser Ausweg wirklich sein wird. Nach vier turbulenten Monaten auf See, in denen Freud und Leid schier unerträglich nahe beieinander liegen, scheint ihr Ziel endlich in greifbare Nähe gerückt zu sein. Doch der Schein trügt und es vergehen insgesamt zwei lange Jahre voller Verluste, Enttäuschungen und Verzweiflungen, bis die Auswanderer ihr lang ersehntes Ziel Pozuzo endlich erreichen…

Pozuzo heute
Pozuzo ist in etwa so groß wie Osttirol und besteht aus weit verstreuten Hofsiedlungen, in denen die Nachkommen der Auswanderer vermischt mit Indios ansässig sind. Obwohl man den Tourismus aufzubauen versucht, stellt die Landwirtschaft nach wie vor die Haupteinnahmequelle dar. Erst nach 100 Jahren wurde ein Fahrweg nach Pozuzo gebaut und erst seit zehn Jahren ist die Region an ein Telefonnetz angeschlossen und besitzt seit 2004 ein neues Krankenhaus, wodurch die medizinische Versorgung endlich gesichert ist.

Das Ensemble der Geierwally Freilichtbühne unter der Regie von Claudia Lang freut sich, dieser spannenden und berührenden Geschichte der Auswanderer neues Leben einzuhauchen.

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MO - FR: 8.00 - 17.00 Uhr

Tel +43 (0) 5634 5315-12
E-Mail geierwally@lechtal.at

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Spielbeginn: 20.30 Uhr


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